Pierre und Marie Curie


Marie Curie

  • Geburtsname:
  • Marya Sklodowska
  • Geboren am:
  • 7. November 1867
  • Geburtsort:
  • Warschau
  • Eltern:
  • Vater: Physiklehrer
  • Geschwister:
  • drei
  • Studium:
  • 1892: Physik und Chemie in Paris
  • Doktorarbeit:
  • 1897: über die von Henri Becquerel entdeckten Uranstrahlen
      1902: Doktortitel
  • Entdeckungen:
  • 1898: es gelang ihr ein neues Element zu finden
      Sie nannte es Polnium nach ihrem Heimatland Polen Kurz danach gelang es Marie und Pierre Curie ein zweites radioaktives Element nachzuweisen, das Radium.
  • Erfolge:
  • 1903: die Curies und Henrie Becquerel bekommen den Nobelpreis für
      Physik verliehen
      1911: sie bekommt zum zweiten Mal den Nobelpreis in Chemie verliehen
      1912: Direktorin des Radiuminstitutes in Paris
  • Heirat:
  • 1895 mit dem Pariser Physiker Pierre Curie
  • Kinder:
  • 1897: Tochter Irene
      1904: Tochter Eve
  • Gestorben:
  • am 4. Juli 1934 an einer Blutzersetzung

Kurze Zusammenfassung

Marie konnte ihr Studium in Paris an der Sorbonne in Physik und Chemie erst mit 25 beginnen, da ihr Vater nicht genug Geld hatte um Marie und ihre Schwester Bronia gleichzeitig zu unterstützen. Sie hatte es sich zum Ziel gesetzt, die radioaktiven Elemente zu erforschen. Marie stand vor einer schweren Entscheidung, sollte sie nach Polen zurück zu ihrer Familie, oder sollte sie in Paris bleiben um weiter zu forschen. Sie entschied sich, in Paris zu bleiben und heiratete Pierre Curie.

Für diese Arbeit wurde ihr in der Hochschule für Physik und Chemie ein winziger Raum zur Verfügung gestellt. Marie Curie stand an der Schwelle einer großen wissenschaftl. Entdeckung. Sie hatte kein richtiges Labor, keine richtigen Instrumente aber trotz allem gelang es ihr 1898 ein neues Element zu finden. Der Geldpreis 1903 brachte dann finanzielle Erleichterung und die Curies konnten sich neue wissenschaftliche Apparate anschaffen.

Die Brandnarben an Marie Curies Händen waren Beweis dafür, daß die vom Radium ausgesendeten Strahlen Gewebe zerstören. So konnte man die Entdeckung der Curies auch im medizinischen Bereich verwenden, als Heilmittel gegen Krebs.

1906 starb Pierre Curie nachdem er von einem Pferdewagen überfahren wurde. Marie überwand diesen Schicksalsschlag nicht und vergrub sich in ihre Arbeiten und sperrte sich in ihrem Labor ein. Ihren zweiten Nobelpreis in Chemie bekam sie für die Reindarstellung des Elements Radium. Somit erhielt sie als einziger Mensch den Nobelpreis in zwei verschiedenen Fächern.

Während des ersten Weltkrieges organisierte Marie Curie fahrbare Röntgeneinheiten für Kriegsverletzte und bringt 150 Helfern bei, sie zu bedienen. 1929 reist Marie in die USA und ist Gast im Weißen Haus bei Präsident Hoover, von dem sie ein Gramm Radium im Wert von 250000$ für das polnische Radiuminstitut in Warschau geschenkt bekommt.

Pierre Curie

  • Geboren am:
  • 15. Mai 1859
  • Geburtsort:
  • Paris
  • Eltern:
  • Vater: allgemeiner praktischer Arzt
  • Geschwister:
  • Bruder Jacques
  • Studium:
  • 1875: Zulassung zum Studium der Naturwissenschaften
  • Doktorarbeit:
  • Entdeckungen:
  • 1880: Symmetrie von Kristallen und der Piezoelektrizität mit
      seinem Bruder Jacques
      1898 : Juli, Entdeckung von Polonium; Dezember, Entdeckung von Radium
  • Erfolge:
  • 1903: die Curies und Henrie Becquerel bekommen den Nobelpreis für
      Physik verliehen
      1895: wurde Pierre Professor an der École de physique et de chimie in Paris
      1904: er wurde Professor an der Sorbonne 1905: Mitglied der Akademie der Wissenschaften
  • Heirat:
  • 1895 mit der Polin Marya Sklodowska
  • Kinder:
  • 1897: Tochter Irene
      1904: Tochter Eve
  • Gestorben:
  • 19. April 1906, da er von einem Pferdewagen überfahren wurde

Kurze Zusammenfassung

Pierre Curie besuchte keine französische Elite-Schule, sondern bekam Privatunterricht und auch sein Vater, der ebenfalls Physiker war, brachte ihm viel bei. Bereits im Alter von 16 Jahren bestand Pierre das Abitur.

Mit 21, also im Jahr 1880, entdeckte er zusammen mit seinem Bruder ein Phänomen, das sich Piezoelektrizität nennt. Diese Entdeckung machten sie als sie festgestellt haben, dass ein elektrisches Potential entsteht, wenn man einen Quarzkristall mechanisch deformiert. Solche Kristalle werden heutzutage in Mikrophonen, Uhren und elektronischen Apparaten benutzt.

1895 konnte Pierre, mit Unterstützung von seiner Frau und seinem Vater, seine Doktorarbeit fertigstellen. Hier behandelte er verschiedene Formen des Magnetismus sowie den Zusammenhang zwischen Temperatur und Magnetismus. Dieser Zusammenhang ist heute unter dem Namen Curies Gesetz bekannt. Von diesem Zeitpunkt an verdiente Pierre Curie sein Geld als Professor an der Ecole de physique et de chimie in Paris.

Als Physiker war er international bekannt, in der Gemeinschaft der französischen Wissenschaftler war er jedoch ein Aussenseiter. Er war als seriöser Idealist und Träumer, der sein Leben der wissenschaftlichen Arbeit widmete, bekannt. Auszeichnungen interessierten ihn kaum, auch Karriere wollte er nicht machen. Er lebte einfach nur für die Forschung.

So zum Beispiel bauten Pierre und sein Bruder Jacques einen Elektrometer, mit dem man einen sehr schwachen elektrischen Strom messen konnte und der auf dem piezoelektrischen Effekt basierte. Diesen Apparat benötigte Marie bei der Untersuchung der sogenannten Uranium-Strahlen. Pierre entschied sich kurz darauf, seine Forschungen im Bereich der Kristalle ganz aufzugeben um so Marie in ihren Vorhaben zu unterstützen.

Diese Zusammenarbeit sollte bereits kurze Zeit später Früchte tragen. Ende Juni 1898 halten sie das Resultat harter Arbeit in den Händen: eine Substanz, deren Aktivität 300 Mal stärker war als die des Uraniums. Zu Ehren Polens nannten sie dieses neu entdeckte Element Polonium. Sie entdeckten sogar noch ein zweites neues Element, das Radium getauft wurde. Um jedoch endgültig zu beweisen, dass es sich hierbei um neue Elemente handelte, mussten Pierre und Marie sie in grösseren Mengen herstellen und isolieren, sowie das Atomgewicht bestimmen. Hierzu waren jedoch grössere Räume von Nöten. Diese wurden ihnen von Pierres Schule zur Verfügung gestellt.

Jetzt begann eine harte Zeit, denn die Isolierung der neuen Elemente war eine schwierige Arbeit, die hauptsächlich aus Trennungen und Analysen bestand. Marie war für die chemischen Trennungen und Pierre für die Messungen nach jedem erfolgreichen Schritt zuständig. So verarbeiteten die Curies innerhalb von vier Jahren eine Tonne Pechblende, aus der sie in mühsamer Kleinarbeit den Bruchteil eines Gramms Radium isolierten.

Als Pierre und Marie 1903 zur Royal Institution in London eingeladen wurden, gab Pierre dort eine Vorlesung. Vor versammelter Menge zeigte er, wie schnell Radium fotographische Platten angreifen kann und wie diese Substanz Hitze abgibt. Im Halbdunkeln präsentierte er einen spektakulären Lichteffekt und beschrieb ausserdem die medizinischen Versuche, die er an sich selbst getestet hatte. Bei einem dieser Versuche hatte er sich ein dünnes Gummiband mit Radiumsalzen um den Arm gebunden. Jeden Tag analysierte er die daraus resultierende Wunde, die dieses Band hinterliess und brachte es anschliessend wieder an. Bei dieser Wunde handelte es sich um eine Art Brandwunde. Nach 52 Tagen hinterliess dieses Experiment bei ihm eine permanente graue Narbe am Arm. In diesem Zusammenhang sah Pierre die Möglichkeit, Radium bei der Behandlung von Krebs einzusetzen.

Doch bereits zu diesem Zeitpunkt hatte Pierre erhebliche Gesundheitsprobleme. Sowohl seine Hände als auch seine Beine begannen zu zittern, so dass es bereits schwer für ihn war, zu stehen. Einmal geschah es ihm, dass er eine kostbare Substanz verschüttete. 50 Jahre später wurde an dieser Stelle die Präsenz von Radioaktivität gemessen und so musste dieser Platz anschliessend gesäubert werden. Als Pierre Curie einen Arzt aufsuchte um sich untersuchen zu lassen, diagnostizierte dieser Neurasthenie. Auch seine Frau litt unter ähnlichen gesundheitlichen Problemen. Damals ahnte natürlich noch niemand, dass die starke Strahlung, der sie beide permanent bei ihren Forschungen ausgesetzt waren, die Ursache ihrer Gesundheitsprobleme war.

Aufgrund der Möglichkeiten, Radium in der Medizin einzusetzen, entstanden bald zahlreiche Fabriken in Amerika, um Radium in grossen Mengen zu produzieren. Obwohl ein Patent des Produktionsprozesses den Curies viel Geld eingebracht hätte, verzichteten sie darauf, da sie der Meinung waren, man müsse Forschung strikt von wirtschaftlichem Profit trennen. Entdeckungen sollten ihrer Meinung nach jedem zugänglich gemacht werden und so gaben sie Beschreibungen des Produktionsprozesses ohne jegliche Forderung an die Industrie weiter.

Im Jahre 1903 bekamen die Curies eine Hälfte des Nobelpreises in Physik. Die zweite Hälfte war für Henri Becquerel, der durch seine Entdeckungen im Bereich der radioaktiven Strahlung, die Entdeckungen von Pierre und Marie erst möglich gemacht hatte. Aus Gesundheitsgründen begaben sich die Curies jedoch erst im Juni 1905 zur Entgegennahme des Preises nach Stockholm.

Der Nobelpreis wird ihr Leben komplett verändern. Die Ruhe, die sie sonst so sehr zu schätzen wussten, war dahin. Jeder ihrer Schritte wurde verfolgt. Journalisten der ganzen Welt interessierten sich plötzlich für dieses Paar. Der Ruhm und der Rummel um ihre Personen gefielen ihnen jedoch überhaupt nicht. Zu sehr hielten sie sie von ihrer Arbeit ab.

Doch auch die Gesundheitsprobleme rissen nicht ab. Zahlreiche Freunde der Curies probierten, sie zu überzeugen weniger zu arbeiten, denn alle Symptome der Curies deuteten auf Überarbeitung hin. Der größte Wunsch von Marie und Pierre blieb jedoch weiterhin ein eigenes Laboratorium. Die Sorbonne versprach Pierre bereits 1904 ein eigenes Laboratorium, aber 1906 hatte man noch nicht einmal mit dem Bau begonnen. Pierre bekam lediglich Zutritt zu Räumen in einem Gebäude, in dem junge Medizinstudenten studierten. Ein richtiges Laboratorium wird Pierre Curie nie bekommen.

Am 19. April 1906 wurde Pierre Curie im Alter von 46 Jahren von einem Pferdewagen in der Nähe des Pont Neuf in Paris überfahren und starb an seinen Verletzungen. Er hinterliess nicht nur seine Frau, sondern auch seine beiden Töchter Irène, 9 Jahre, und Eve, 2 Jahre alt. Pierre wurde in Sceaux, etwas außerhalb von Paris, begraben.

Gemeinsame Lebensabschnitte

1894 lernten sie sich kennen. Sie heirateten im Juli 1895 in Sceaux, wo Pierres Eltern lebten. Ihr Leben war von diesem Zeitpunkt an recht monoton. Es war geprägt von Arbeit und Forschung, wobei sie sich aber immer gegenseitig unterstützten.

In gemeinsamer Forschungsarbeit entdeckten sie die chemischen Elemente Radium und Polonium und untersuchten radioaktive Strahlung. Sie legten damit eine der Grundlagen für die moderne Kernphysik.

Am 20. April 1995 wurden Pierre und Marie Curie zusammen in einer feierlichen Zeremonie auf dem Panthéon beigesetzt.

Ihre Tochter Irene, die 1926 Frederic Joliot heiratete, bekam mit ihrem Mann 1935 den Nobelpreis für Physik, da sie die künstliche Radioaktivität entdeckten.


Zuletzt aktualisiert am 24.01.2005

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