Aufbau von Castoren


von Jana Finger, Leonie Wellmann, Joana Cellarius

Was heißt CASTOR?


CASTOR steht für:
Cask For Storage And Transport Of Radioactive Materials.
Das heißt soviel wie:
Gefäß zur Aufbewahrung und zum Transport radioaktiven Materials.


Wie sind die CASTOR-Behälter aufgebaut?
CASTOR-Behälter bestehen aus einem dickwandigen, zylinderförmigen Behälter. Dieser besteht aus einem speziellen Gusseisen, dem so genannten Sphäroguss, der in einem Stück gegossen wird. Es gibt auch andere Behältertypen, die einen Mantel aus Schmiedestahl haben und deren Boden aus Sphäroguss besteht. Ein großer CASTOR-Behälter ist circa 6 Meter lang und wiegt um die 125 Tonnen. Durch Kühlrippen in Längs- oder Querrichtung wird die Wärme an die umgebende Luft abgegeben. Die Gamma- und Neutronenstrahlung wird hauptsächlich durch die Behälterwandung, den Behälterdeckel und -boden abgeschirmt.Die Kunststoffstäbe, die in den Behältermantel eingelassen werden, dienen der verbesserten Abschirmung gegen die Neutronen. Das Doppeldeckelsystem der CASTOR-Behälter ist aus zwei übereinander liegenden Deckeln aufgebaut, die mit ringförmigen Federkern-Metalldichtungen gegen den Behälterkörper abgedichtet sind. Darüber befindet sich eine Schutzplatte, um äußere Einflüsse wie Feuchtigkeit und Staub fern zu halten. Während der Zwischenlagerung bildet dieses für den gasdichten Einschluss des Inventars wichtige Deckelsystem eine doppelte Barriere. Um die Funktion dieses Systems zu überwachen, ist der Raum zwischen den beiden Deckeln mit Heliumgas unter Überdruck gefüllt. Ein Druckschalter meldet das Nachlassen der Dichtwirkung einer der beiden Dichtungen. Für diesen Fall sieht ein Reparaturkonzept entweder den Austausch der Dichtung des äußeren Deckels, das Aufschweißen eines dritten Deckels oder den Abtransport in eine andere Anlage zur Reparatur vor.

Wie werden die Castoren auf ihre Sicherheit getestet?
Nach der Herstellung werden die Castoren einem Prüfungsverfahren unterzogen, bei dem nachgewiesen werden muss, dass beim Transport keine kritische Anordnung der Brennelemente entstehen kann und der Behälter eine ausreichende Dicht- und Abschirmfunktion besitzt. Dazu muss der Castor einen Fall aus 9 Metern Höhe auf unnachgiebiges Fundament, einen Fall auf einen Stahldorn aus 1 Meter Höhe, ebenso einen Hitzetest bestehen, bei dem er 30 Minuten im Feuer liegt bei einer Tempratur von ca. 800 °C. Der Test simuliert einen Bahnunfall. Zusätzlich werden auch noch Drucktests in verschiedenen Wassertiefen durchgeführt.

Wie werden Castoren gefüllt?
Im Kernkraftwerk werden die Brennnstäbe in einem Becken gelagert, das circa fünfzehn Meter tief ist. Am Boden stehen Metallbehälter, in denen die Brennstäbe liegen. Dort kühlen sie zwei Jahre lang ab. Anschließend werden sie in Maßarbeit mit einem Haken in die Castoren gefüllt. Die knapp vier Meter langen Brennelemente werden mit Wasser bedeckt, was als Abschirmung vor zu hoher Strahlung dient. In einem Behälter ist Platz für siebzehn Brennelemente. Der gefüllte Behälter muss mit einem angepassten Deckel fest verschloßen werden, nachdem die Außenseite auf strahlende Ablagerungen untersucht wurde. Schließlich wird der Behälter getrocknet, so dass er in der Eisenbahn transportiert werden kann. Das Füllen eines Castors dauert 24 Stunden. Um Fehler zu vermeiden, werden keine Computer oder Roboter verwendet, sondern alle Vorgänge in Handarbeit ausgeführt. Außerdem wird alles von TÜV-Technikern überwacht und registriert.


Zuletzt aktualisiert am 24.01.2005

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