Gefahren von Castoren
von Julia Dahlhoff und Ute Meretz
Was sind Castoren überhaupt?
Der Name Castor ist nur eine Marke, trotzdem werden auch Behälter
von anderen Marken meistens Castoren genannt. Das ist vergleichbar mit der
Marke "Tempo" für Taschentücher.
Castoren sollen seit den 80er Jahren verschiedene Arten von Atommüll zu verschiedenen
Zwischenlagern transportieren abe
r sie dienen auch dazu die hochradioaktiven Stoffe zu lagern. Das sind zum Beispiel
abgebrannte Br
ennelemente aus Atomkraftwerken, aber auch Kleidung, die benutzt wurde, um vor der
radioaktiven St
rahlung zu schützen.In solchen Zwischenlagern bleiben diese Behälter 40 Jahre
bis sie wieder transportiert werden.
Natürlich sollen die Wände der Castoren die Bevölkerung vor den gefährlichen
radioaktiven Strahlen
schützen.
Endlager gibt es noch nicht, deshalb sammelten sich bis zum Jahr 2000 auch ca.
7500 t Atommüll in
der Bundesrepublik an.
Sind Castoren gefährlich?
Die eigentliche Gefahr, gegen die auch oft protestiert wird, geht nicht von
den Castorbehältern,
sondern vielmehr von den Atomkraftwerken aus, wo eine Kernschmelze passieren
kann, doch auch ein
Unfall bei einem Castortransport kann sehr umweltschädliche Folgen, aber auch
Folgen für die
Bevölkerung, haben, die den Strahlen in diesem Fall ausgesetzt sind.
Sind Castoren sicher?
Um das zu überprüfen werden Tests mit den verschiedenen Behältern durchgeführt.
Hier einige Tests
:
- Die Castoren werden aus 9 m Höhe auf einen Betonboden fallen gelassen.*
- Die Castoren werden aus 1 m Höhe auf eine Stahlspitze mit einem Durchmesser von 15 cm fallen gelassen.*
- Die Castoren werden 30 min einer Temperatur von 800 °C in einem Brand ausgesetzt.
- Die Castoren werden in 15 m Tiefe 8 Stunden ins Wasser gesetzt.
- Die Castoren werden über eine Stunde in 200 m tiefes Wasser gesetzt mit einem Übedruck von 2 Mega-Pascal.
- Statt den praktischen Tests werden aber häufig auch nur theoretische Tests durch Errechnungen durchgeführt
- Mit den Castoren werden Quetschtests durchgeführt, dabei fällt ein 500kg schweres Gewicht auf den Behälter.
Um die Sicherheit der Castoren zu beweisen inszenierte man 1999
einen Unfall, bei dem ein mit Propan
gefüllter Kesselwagen explodieren sollte. Ein Castorbehälter musste der Explosion mit
einem Feuerball
von 150m Höhe standhalten, auch wenn Teile des Propankessels bis zu 200 m weit flogen.
Der Castor
flog einige Meter weit, bohrte sich einen Meter in den Boden und hielt der Belastung
stand. In einem
Ernstfall würde ein Castor sogar bei einem Flugzeugabsturz dicht bleiben, denn man
hat schon ein Stahlwellenprojektil
mit einer Masse von 1000 kg und einer Geschwindigkeit von 300m/sec beschossen und
er hat standgehalten.
* Während die Behälter auf den Boden aufprallen werden natürlich auch Messungen
gemacht und sie werden so fallen gelassen, dass die größtmögliche Belastung aus dieser Höhe gegeben
ist, so dass man
nicht nur davon ausgehen muss, dass falls er dicht bleibt für Transporte zugelasssen
wird.
Welche Gefahren bergen Castoren?
Castoren werden zwar getestet, allerdings gibt es immer noch Situationen in
denen Castoren gefäh
rlich sein können.
Bei einem Brand der über 800°C heiß ist werden die Castoren undicht. Diese
Temperaturen können be
i Unfällen mit Propan erreicht werden. Daraufhin wäre die Umgebung in einem weiten Um
kreis für viele Jahre nicht mehr bewohnbar.
Die Castoren werden während ihren Transporten auch über Brücken gefahren, die
höher sind als 9 m,
von daher kann auch hier ein gewisses Risiko vorhanden sein.
Solche Unfälle kommen zwar nicht häufig vor, allerdings gilt auf diesem Gebiet
höchst pingelige Vorsicht
, da die Auswirkungen ohne Frage sehr fatal sind, das kann man daran beweisen,
dass der Castore
ninhalt eine Radioaktivität von 20 Hiroshima-Atombomben beinhaltet.
Gibt es viele Unfälle mit Castoren?
Solche Unfälle passieren zwar selten, allerdings wurde zum Beispiel 1998 außen
an verschiedenen
Castoren radioaktive Partikel entdeckt und man musste sich eingestehen, dass die
Castoren über mehrere
Jahre den erlaubten Grenzwert über das 3500fache überschritten hatten.
Wie verhält man sich am besten in der Nähe von Castorbehältern?
Um jeglichen Schäden vorzubeugen sollte man sich so weit wie möglich von den
Behältern entfernen,
mindestens 2km, Bahngleise auf denen ein Castortransport stattgefunden hat,
sollten erst 1 Stunde
danach wieder genutzt werden. Da in den Tests die Behälter wie oben genannt
nur auf 9m Fallhöhe
getestet werden sollte man sich von Brücken oder ähnlichem fernhalten, was
mehr als 9m hoch ist.
Für Kinder gilt ein 4 mal so großer Abstand, für Krebskranke ein 10 mal so
großer Abstand und für
Schwangere ein 20 mal so großer Abstand. Sollte trotz der Sicherheitsvorkehrungen
ein Unfall
geschehen, sollte man schleunigst auswandern.
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Polluxbehälter
Der Polluxbehälter wurde zur Endlagerung von Atommüll entwickelt, da ein Castor
dafür zu schwer und
zu teuer ist, er kann jedoch auch als Transport- sowie Zwischenlagerbehälter
benutzt werden.
Der Pollux besteht aus einer inneren und einer äußeren Schicht, innen besteht er
aus Schmiedestahl und außen
aus einem Sphäroguss (eine Art Gusseisen). So kann abgedichteter Atommüll nicht
mehr nach außen strahlen.
Der Pollux ist etwa 5,5 m lang, hat einen Durchmesser von 2 m und wiegt beladen
bis zu 65 Tonnen.
Je nach dem, wie ein Pollux gebaut wurde, kann er zwischen 18 und 30 Brennstäbe
aus Brennelementen aus Druckwasserreaktoren
oder Siedewasserreaktoren aufnehmen. Der Pollux übersteht sogar die härtesten Tests,
bei denen er schon mal
tiefe Risse in dem Betonboden , auf den er fiel, hinterließ. Der Pollux blie
b dabei dicht.
Quelle: www.tes.bam.de/ram/bauart.htm, Meyers Großes Lexikon